Die effiziente Energienutzung ist heute auch im Hausbau ein sehr wichtiges Thema. Die Isolierung eines Gebäudes ermöglicht es zum Beispiel, weniger Heiz- und Kühlenergie zu verbrauchen, um den gewünschten thermischen Komfort zu erreichen und zu erhalten. Verbesserungen der Energieeffizienz werden im Allgemeinen durch die Einführung einer effizienteren Technologie oder eines effizienteren Produktionsprozesses oder durch die Anwendung allgemein anerkannter Methoden zur Reduzierung von Energieverlusten erreicht.
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Ein Problem ergibt sich allerdings daraus, dass viele Hausbauer und ‑besitzer beim Thema „effiziente Energienutzung“ bzw. „energiesparendes Bauen“ ausschließlich die Heizung im Sinn haben. Dabei gibt es noch viele andere Faktoren, die darüber bestimmen, ob ein Gebäude energiesparend ist oder nicht.
Vorteile des energieeffizienten Bauens
Es gibt viele Motivationen, die Energieeffizienz zu verbessern. Die Verringerung des Energieverbrauchs senkt die Energiekosten des Hauses und führt so zu einer finanziellen Ersparnis für die Hausbesitzer. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Energieeinsparungen die zusätzlichen Kosten für die entsprechenden energieeffizienten Technologien ausgleichen. Wie lange das dauert, lässt sich problemlos im Individualfall errechnen.
Energieeffizient bauen im Detail
Ob es sich bei einem Haus um ein energieeffizientes Gebäude bzw. um ein Niedrigenergiehaus handelt, bestimmen die entsprechenden Gebäudestandards. Sogenannte Effizienzhäuser gibt es in unterschiedlichen Energiestandards. Als Richtwerte gelten hierbei die Vorgaben des GEG (Gebäudeenergiegesetz), welche für jedes Bauvorhaben anhand eines Referenzhauses berechnet werden. Dieses Referenzhaus besitzt eine nahezu identische Geometrie sowie Nutzfläche und Ausrichtung wie das zu bauende Haus. So können für jedes Bauteil (z. B. Wände, Fenster, Türen) Referenzwerte festgelegt werden.
Durch das Referenzgebäudeverfahren lassen sich gebäudespezifische Referenzwerte für verschiedene Bereiche ermitteln, z. B. für den Transmissionswärmeverlust sowie den Jahresprimärenergiebedarf. Darauf wiederum baut dann der entsprechende Energiestandard auf.
Beispiel: Zulässige Höchstwerte bezogen auf das Referenzhaus (Neubau und Sanierung):
Standard / Primärenergiebedarf / Transmissionswärmeverlust
- Effizienzhaus 40 / 40 % / 55 %
- Effizienzhaus 55 / 55 % / 70 %
- Effizienzhaus 70 / 70 % / 85 %
- Effizienzhaus 85 / 85 % / 100 %
- Effizienzhaus 100 / 100 % / 115 %
- Effizienzhaus 115 / 115 % / 130 %
Wie man sieht, kann Energieeffizienz, genauer gesagt, energieeffizientes Bauen anhand solcher Standards in verschiedene Klassen eingeteilt werden. Ein Niedrigenergiehaus besitzt eine bessere Dämmung und oft auch alternative Wege zur Stromerzeugung. Damit spart es Kosten und ist für eine entsprechende Förderung zugelassen. Wie man sieht, liegen die Vorteile solcher energiesparender Gebäude sowohl im Umweltschutz als auch im Einsparen von Kosten für den Bauherrn.
Wie man sieht, beschränkt sich das energiesparende Bauen also längst nicht nur auf ein effizientes Heizsystem. Viele weitere Lösungen bieten sich an, um langfristig Energie einzusparen. Die wichtigsten sind:
Die Dämmung
Generell gilt es, den Gesamtenergiebedarf eines Gebäudes im Rahmen des nachhaltigen Bauens zu reduzieren. Einen großen Anteil hat hieran die thermische Gebäudehülle. Werden Fassade, Dach und Kellerdecke professionell gedämmt, verhindert man dadurch, dass thermische Energie ungenutzt nach außen entweicht. Für eine solche Dämmung kommen heute zunehmend ökologische Dämmstoffe wie Holzfaser, Hanf oder Zellulose zum Einsatz, die zusätzlich die sogenannte graue Energie bei der Herstellung des Gebäudes reduzieren.
Fenster und Türen
Eng verbunden mit der Fassadendämmung ist auch die Wahl der Fenster und Außentüren. Moderne Dreifachverglasungen mit thermisch getrennten Rahmenprofilen sorgen für einen Wärmeschutz, der den Energieverlust auf ein absolutes Minimum reduziert. Wichtig ist, die Fenster und Türen wärmebrückenfrei und luftdicht zu montieren, um Probleme durch Zugluft sowie spätere Bauschäden durch Kondenswasserbildung zu verhindern. Wer sich das nicht selbst zutraut, sollte den Einbau einem Profi überlassen.
Moderne Energiesparfenster gibt es heute aus verschiedenen Rahmenmaterialien wie Kunststoff, Aluminium etc., viele Hersteller liefern praktische Extras wie Vergitterungen oder intergierte Fliegengitter für die Fenster gleich mit.
Das Lüftungssystem
Wichtig zu wissen: Ein luftdicht gedämmtes Gebäude erfordert zwingend ein professionelles Lüftungssystem! Hier empfiehlt sich insbesondere eine Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung – eine äußerst effektive Maßnahme zur weiteren Energieeinsparung. Derartige Anlagen tauschen die verbrauchte Raumluft kontinuierlich gegen frische Außenluft aus, dabei übertragen sie bis zu 90 Prozent der thermischen Energie aus der warmen Abluft auf die einströmende kalte Zuluft. Die typischen Wärmeverluste, die beim Fensterlüften immer entstehen, werden dadurch drastisch gesenkt.
Sonnenschutz statt Klimaanlage!
Im Zuge des Klimawandels wird es immer wichtiger, in der warmen Jahreszeit das Überhitzen der Räume zu verhindern. Der erste Gedanke geht hier üblicherweise zur Klimaanlage, die jedoch viel Energie verbraucht. Doch es gibt Alternativen: Ein außenliegender, sensorgesteuerter Sonnenschutz, z. B. Raffstores oder Rollläden, ist weitaus effizienter als innenliegende Systeme.
Apropos Energieverbrauch: Eine Optimierung des allgemeinen Stromverbrauchs trägt sehr viel zur positiven Gesamtbilanz bei. Wird das Haus etwa so gebaut, dass möglichst viel Tageslicht hineinfällt, braucht es weniger künstliche Beleuchtung. Zusätzlich steuert intelligente Smart-Home-Technik Beleuchtung, Sonnenschutz und andere elektrische Verbraucher absolut bedarfsgerecht, so kann unbemerkte Energieverschwendung verhindert werden.
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